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2017-4
Eingefrorene Konflikte

der führenden Wissenschaftszeitschrift
für Friedensforschung, Friedensbewegung und Friedenspolitik

Aktueller Beitrag

öffnen Vor Gericht für Friedensappell

Regina Hagen

Im Januar 2016 wurde ein Friedensappell veröffentlicht, den 1.128 türkische Akademiker*innen unterzeichnetet hatten. Rasch bekannt geworden unter dem Namen »Academics for Peace«, forderten die Unterzeichner*innen angesichts des damaligen Kriegs der türkischen Sicherheitskräfte in kurdischen Städten „die Regierung auf, die Bedingungen für eine friedliche Beilegung des Konflikts zu schaffen."
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2017-4 Eingefrorene Konflikte

Bei »frozen conflicts« stehen sich häufig die Prinzipien »territoriale Integrität eines Staates« und »nationale/ethnopolitische Selbstbestimmung« unversöhnlich gegenüber. Insbesondere im postsowjetischen Raum sind etliche De-facto-Staaten entstanden, denen völkerrechtlich die Anerkennung versagt bleibt. Die Autor*innen etlicher Schwerpunktartikel von W&F-Ausgabe 4-2017 schauen sich solche »eingefrorene Konflikte« genauer an, das Heft fasst das Thema aber weiter, beleuchtet exemplarisch auch die Situation in Nordirland und Kaschmir und sucht Anregungen für die Konfliktlösung in der Geschichte Ålands.

30 Jahre nuklearer Mittelstreckenvertrag, 70 Jahre Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung, der Zusammenhang zwischen Friedensarbeit und Beratung sowie das Weiterdenken über Friedenslogik ergänzen die Themenpalette des Heftes.

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Dossier 85

Transhumanismus und Militär

 Transhumanismus und Militär

Transhumanismus ist eine weltweite philosophisch-futuristische Bewegung mit dem Ziel, die physischen und intellektuellen Grenzen heutiger Menschen zu überwinden. Neben vielerlei zivilen Motiven, die von der Bekämpfung von Krankheiten bis zur Unsterblichkeit reichen, geht es insbesondere auch um Anwendungen im militärischen Bereich. Eine gängige Vorstellung dabei ist, dass Soldaten und Soldatinnen zu Kampfmaschinen mutieren, die angstfrei, skrupellos und mit potenzierten Kräften ihre Feinde bekämpfen und töten. Im W&F-Dossier 85 werden militärischen Aspekte und Elemente des Transhumanismus vorgestellt und kritisch beleuchtet. Drei Wissenschaftsbereiche spielen dabei eine besondere Rolle: die Gentechnik, die Künstliche Intelligenz und die Nanotechnologie.

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Gastkommentar

zum Artikel Wohin, nach dem Friedensnobelpreis ?

Sascha Hach
Gastkommentar

Am 6. Oktober 2017 gab das Nobel-Komitee in Oslo bekannt, dass der Friedensnobelpreis in diesem Jahr der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) verliehen wird. ICAN soll die Auszeichnung erhalten „für die Arbeit, Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen jeglichen Einsatzes von Atomwaffen zu lenken und für ihre bahnbrechenden Bemühungen um ein vertragliches Verbot solcher Waffen“.

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In der aktuellen Ausgabe

zum Artikel De-facto-Staaten

Prekäre Staatlichkeit und eingefrorene Konflikte

David X. Noack

Im Zuge der Nationenbildung seit Ende des 18. Jahrhunderts bildeten sich immer wieder so genannte stabilisierte De-facto-Regime. Sie entstanden vor allem durch den Zerfall größerer Staaten, durch post-koloniale Konflikte und infolge zwischenstaatlicher Auseinandersetzungen. Solche Staaten stehen bis heute im Zentrum eingefrorener Konflikte, weisen nach der Drei-Elemente-Lehre des Staatsrechtlers Georg Jellinek (1851-1911) alle Merkmale eines Staates auf, werden jedoch nicht allgemein international anerkannt. Dieser unklare rechtliche Status verursacht nach wie vor in den De-facto-Staaten selbst, den Mutterstaaten – von denen sich die De-facto-Regime abspalteten – und auch international erhebliche Probleme. Da keine Kampfhandlungen stattfinden, sind die Konflikte aber nicht »heiß«, sondern eingefroren – aber nicht gelöst.

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zum Artikel Ålands Autonomie

Implikationen für eine friedliche Bearbeitung ethnischer Konflikte

Felix Schulte

Das Åland-Archipel, gelegen inmitten des Bottnischen Meerbusens, gehört zu den reichsten Regionen in Europa, ist fester Bestandteil regionaler Kooperationsnetzwerke und strengt sich an, ein ebensolcher im Institutionengeflecht der Europäischen Union zu sein. Das Autonomiestatut von 1920/21 machte Åland zu einem Friedensprojekt sondergleichen. Dabei standen die Vorzeichen in der Geburtsstunde des finnischen Nationalstaates alles andere als günstig: Auf dem Festland tobte ein Bürgerkrieg, Nationalisten machten ihren Anspruch auf die Inselgruppe geltend, und die Åländer*innen selbst forderten die Wiedervereinigung mit ihrem Mutterland Schweden. Ähnliche Ausgangslagen führten vielerorts zu langen und blutigen Bürgerkriegen. Welche Lehren lassen sich also aus der Beschäftigung mit Åland, diesem Musterbeispiel ethnischer Konfliktregulierung, ziehen?

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zum Artikel Es droht eine neue »Nachrüstungs«debatte

30 Jahre nuklearer Mittelstreckenvertrag

Andreas Zumach

Am 8. Dezember 1987 unterzeichneten der damalige US-Präsident Ronald Reagan und der Generalsekretär der sowjetischen KPdSU, Michail Gorbatschow, im Weißen Haus in Washington die so genannte »doppelte Nulllösung« für die »Intermediate-range nuclear forces« (INF, atomare Mittelstreckenwaffen) der beiden Großmächte. Der Vertrag regelte den Abzug und die Verschrottung aller landgestützten atomaren Raketen kürzerer (500-1.500 Kilometer) und mittlerer (1.500-5500 Kilometer) Reichweite sowie ihrer Abschussrampen und sonstigen Infrastruktur nicht nur in Europa, sondern weltweit, innerhalb von drei Jahren. Das INF-Abkommen wird in Kürze 30 und ist bis heute ein Kernelement der Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland, gerät aber zunehmend unter Druck.

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Redaktion und Vorstand von W&F bedanken sich bei der Deutschen Stiftung Friedensforschung,
deren Förderung 2007 diese Internetpräsentation von Wissenschaft & Frieden ermöglicht hat

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Unser Dank gilt der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die 2009 die Überarbeitung dieser Internetseiten förderte