1994-4
Asien

Gewalt für Frieden?
Diskussionsbeitrag zur Pazifismusdebatte
Seit dem Ende der West-Ost-Konfrontation und insbesondere mit dem Zweiten Golfkrieg und dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien hat der Glaube an die militärische Gewalt als Mittel der Politik – nicht zuletzt als Mittel der Friedenspolitik – eine kräftige Wiederbelebung erfahren. Selbst unter Friedensbewegten oder vormals Friedensbe­wegten feiert er fröhliche Urständ. Das ist vielleicht insofern wenig er­staunlich, als es die Friedensbewegung ja nicht gibt und niemals ge­geben hat. Zudem war zu Zeiten der gegenteiligen Außendarstellung eine Auseinandersetzung über weiterreichende Perspektiven unter­blieben. Die Zukunft einer »Friedenspolitik von unten« dürfte aller­dings wesentlich davon abhängen, daß diese Auseinandersetzung nicht länger zurückgestellt, sondern offen und argumentativ geführt wird.Im vorliegenden Beitrag setzt sich unser Redaktionskollege Albert Fuchs mit den Positionen auseinander, die unlängst von dem katholi­schen Theologen Norbert Greinacher und dem bei »Ohne Rüstung Le­ben « engagierten evangelischen Pfarrer Werner Dierlamm in der Zeit­schrift Publik Forum vertreten wurden. Greinacher versteht sich selbst als »Nuklearpazifist«, Dierlamms Position wird von Fuchs als »Polizeipazifismus« charakterisiert. Beiden friedenspolitischen Orien­tierungen werden aus »radikalpazifistischer« Sicht Ungereimtheiten und Halbherzigkeiten nachgewiesen. Die Ausführungen von Fuchs werden wahrscheinlich nicht die ungeteilte Zustimmung unserer Lese­rinnen finden. Wissenschaft und Frieden steht als Forum für eine Fort­setzung der Diskussion zur Verfügung.
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