in Wissenschaft & Frieden 2017-1: Facetten des Pazifismus, Seite 58

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EU Action and Global Justice

Annual State of Peace Conference 2016, 23.-25. November 2016, Graz

von Reaktion

Im November fand an der Universität Graz die »State of Peace«-Konferenz 2016 zum Thema »EU Action and Global Justice« statt. Dabei diskutierten internationale Expertinnen und Experten die Möglichkeiten und Grenzen der Europäischen Union, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen in ihrer Nachbarschaft zu beeinflussen. Die jährlichen »State of Peace«-Konferenzen zu Themen rund um internationale Konflikte und Lösungsstrategien werden seit über 30 Jahren vom Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) in Stadtschlaining veranstaltet, in diesem Jahr fand sie erstmals in Kooperation mit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Graz statt.

Die Konferenz wurde mit einer Paneldiskussion zu den historischen Hintergründen und zur gegenwärtigen Rolle von Normen und Werten in der EU-Innen- und -Außenpolitik von Stefan Lehne (Carnegie Europe), Claudio Corradetti (Universität Rom) und Joshua Castellino (Middlesex University) eingeleitet. Das zweite Panel griff diesen Faden auf und diskutierte die Problematik anhand regionaler Beispiele, wie dem Verhältnis der EU zu Russland (Mikhail Antonov, Universität St. Petersburg), zur Türkei (Kerem Öktem, Universität Graz) und zu den Balkan-Staaten (Florian Bieber, Universität Graz). Das letzte Panel widmete sich einer kritischen Auseinandersetzung mit der strategischen Formulierung und Anwendung von Normen in der EU-Nachbarschaftspolitik (Andrea Warnecke, ÖSFK) unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen solcher Ansätze auf marginalisierte Gruppen am Beispiel des Libanon (Tamirace Fakhoury, Lebanese American University) und auf staatliche soziale Sicherungssysteme in der MENA-Region (Rana Jawad, Bath University).

Sämtliche Panels unterstrichen das gespannte Verhältnis zwischen idealistischen und pragmatischen Konzeptionen des Normtransfers sowie die Problematik widerstreitender Wertvorstellungen staatlicher und nicht-staatlicher Akteure. Ein weiteres sich durchziehendes Thema bildeten die jüngsten Auswirkungen geostrategischer und innenpolitischer Interessen verschiedener EU-Staaten auf die (Um-) Gestaltung der EU als werte- und normengeleiteter Akteur.

Bei der öffentlichen Podiumsdiskussion im Palais Kottulinsky diskutierte Stefan Lehne mit Hubert Isak (Universität Graz) und Benedikt Harzl (Johns Hopkins University).

Die Konferenz wurde im Rahmen des Conflict, Peace and Democracy Clusters veranstaltet. Zum Cluster gehören neben dem ÖSFK und der juristischen Fakultät der Universität Graz auch das Demokratiezentrum Wien und das Institut für Konfliktforschung (Wien).

Eine ausführliche Dokumentation der Konferenz in englischer Sprache ist auf der Website des ÖSFK (aspr.ac.at) oder über Dr. Andrea Warnecke
(warnecke@aspr.ac.at) erhältlich.

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