in Wissenschaft & Frieden 2021-4: Chinas Welt? – Zwischen Konflikt und Kooperation, Seite 56

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Eindrücke vom »World Peace Congress«

Internationale Konferenz, IPB, Barcelona, 15.-17. Oktober 2021

von amab

Eine Jugenddelegation der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsgegner*innen (DFG-VK) besuchte den »World Peace Congress«. Hier schildern einige Aktive der Antimilitaristischen Aktion Berlin (amab) ihre Eindrücke vom parallel stattfindenden Jugendforum. Unterm Strich hat den jungen Aktiven der Austausch mit Menschen aus anderen Regionen der Welt recht gut gefallen. Sie kritisieren jedoch den ständigen Zwang zur Selbstdarstellung und Angeberei auf solchen Events. Weitere inhaltliche und präzise Erlebnisberichte von Mitgliedern der Jugenddelegation zu Workshops und Vorträgen auf dem World Peace Congress finden sich auf amab.blackblogs.org.

Offene Plätze und chloriges Wasser

Der World Peace Congress begann für uns mit zwei Minuten Panik. Die Veranstaltenden hatten wohl nicht damit gerechnet, dass die (angehenden) »Young Peace Leaders« sich dazu entscheiden würden, die dritte Etage eines Barceloner Jugendzentrums mit dem Fahrstuhl erreichen zu wollen. Aber vielleicht ist es auch ganz normal, dass einige Menschen auf ihrem Weg nach oben irgendwo stecken bleiben. Zum Glück spuckte uns der Fahrstuhl nach einiger Zeit wieder aus und wir mussten uns wohl oder übel den jungen Treppenaufsteiger*innen anschließen. Das war im Nachhinein gar keine schlechte Vorbereitung auf die kommenden Stunden, denn an aufsteigenden Persönlichkeiten mangelte es auf dem IPB Youth Opening Event am Freitagvormittag definitiv nicht. An Ausdauer, von den vergangenen und kommenden Karrieregipfeln zu berichten, sowieso nicht.

Selbstdarstellung als Tagungszweck

Natürlich hatten auch wir unser Gipfeltagebuch in digitaler Form auf unseren kompakten Taschencomputern parat, um vergangene Höhen (ohne Tiefen) des antimilitaristischen Widerstandes aus Berlin stolz zur Schau zu stellen. Wer braucht schon Visitenkarten und Master-Thesis, wenn man es auch mit einem Blackblog-Link in die Taschencomputer von Peace-Aktivist*innen aus Nigeria, dem Vereinigten Königreich, Schweden, Indien, Spanien, dem Irak, Syrien, Tschechien, den USA oder Ilmenau schaffen kann. Nur auf die Frage nach unseren Social-Media-Kanälen waren wir nicht so richtig vorbereitet. Das Strategiepapier zu Zielgruppenorientierung reichen wir bei Gelegenheit nach und suchen aktuell noch nach einer ­Social-Media-Manager*in.

Soft-Skill-Kleinkrieg und Smalltalk-Gefechte

Worin wir uns nach anderthalb Jahren Pause wiederum ganz gut schlugen, waren der unbewaffnete Soft-Skill-Kleinkrieg und die Smalltalk-Gefechte, die das mehrstündige Workshopprogramm des IPB Youth Network – kurz IPBYN – für uns bereit hielt. Nach der Vorstellungsrunde auf Klopapierrollen, erfreuten wir uns an einer Methode namens Open Space: Wann hat man schon mal die Möglichkeit, spontan vor einem internationalen Publikum eine Stunde lang über sein persönliches Lieblingsthema zu sprechen? Diskutiert wurde über Aktivismus-Fatigue, Safer Spaces, was Rassismus mit den Geschehnisse in Afghanistan und Atomwaffen mit Feminismus zu tun haben.

Alles was nach der angesetzten Stunde noch nicht zu einer zufriedenstellenden Konklusion geführt hatte, wurde anschließend bei Pizza und chlorhaltigem Leitungswasser im Hof des Jugendzentrums fortgeführt. Übrig blieben aus diesem ereignisreichen Vormittag für uns, neben Pizza und restentleerten Smalltalk-Akkus, dann doch auch einige ganz schöne Begegnungen, die wir definitiv noch einen Moment in Erinnerung behalten werden und spätestens jetzt hiermit auch in unserem digitalen Gipfeltagebuch zu stehen haben. Dort berichten wir auch (selbst-)kritisch über Workshops und Vorträge, die wir auf dem restlichen IPB »World Peace Congress« besucht haben (amab.blackblogs.org).

Einige Aktive aus der amab

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