W&F 2025/1

Gebrochenes Schweigen

Die deutsche Medienberichterstattung über den Krieg in Jemen

von Dorothea Günther

Die mediale Marginalisierung bestimmter Konflikte wird häufig besprochen. Diese Studie blickt stattdessen auf die Ausnahmen von der Regel. Anhand einer Längsschnittanalyse deutscher Medienberichte über die Lage in Jemen sowie einer qualitativen Studie einzelner Artikel wird untersucht, unter welchen Bedingungen das Schweigen zum Krieg in Jemen gebrochen wird. Die Ergebnisse zeigen, dass es nur einen Hebel für mehr Aufmerksamkeit für marginalisierte Konflikte gibt.

Der Krieg und die humanitäre Krise in Jemen wurden schon oft als »vergessen« bezeichnet und weshalb Jemen so wenig Aufmerksamkeit bekommt, wurde ebenso schon häufig diskutiert.1 Trotzdem ist der Krieg in Jemen medial vermutlich der »unvergessenste« Krieg, der je als vergessen bezeichnet wurde. Natürlich ist die mediale Aufmerksamkeit im Vergleich zum Nahostkonflikt oder zum Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine marginal. Aber mit Blick auf die Demokratische Republik Kongo oder Libyen steht Jemen geradezu häufig im Rampenlicht. Der Fall Jemens eignet sich daher zur Untersuchung, wann sich die Scheinwerfer deutschsprachiger Medien auf marginalisierte Konflikte und deren Auswirkungen richten. »Wann« bezieht sich hierbei auf mehr als die zeitliche Dimension: Es geht um die Themen und Anlässe, die das mediale Schweigen durchbrechen. Ziel ist es, quantitative und inhaltliche Muster der Berichterstattung zu analysieren und anhand der erhobenen Daten bestehende Theorien der Konfliktberichterstattungsforschung zu prüfen.

Methodisch basiert die Untersuchung auf einer computergestützten Inhaltsanalyse von 683 Zeitungsartikeln. Diese quantitative Studie wurde um die qualitative Inhaltsanalyse von 68 Artikeln ergänzt, um bestehende Theorien über konkrete Berichterstattungsanlässe zu prüfen.

Wann wird wie viel und worüber berichtet?

Trotz einer langen Vorgeschichte begann das, was allgemein als der Krieg in Jemen gilt, am 25. März 2015: mit der Militärintervention einer saudi-arabisch geführten Koalition, die die international anerkannte Regierung2 gegen die Huthis unterstützte. Untersucht wurden daher alle relevanten Zeitungsartikel, die im Zeitraum vom 25. März 2015 bis 29. Juli 2022 in den überregionalen Tageszeitungen »Süddeutsche Zeitung« (SZ) und »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (FAZ) erschienen. Als relevant gelten alle Artikel, die den Begriff »Jemen« entweder im Titel oder im Untertitel enthalten. Das sind 377 FAZ- und 306 SZ-Artikel. Die meisten Texte sind sehr kurz und wurden (mindestens teilweise) von Presseagenturen übernommen − erkennbar an den Agenturkürzeln am Ende.

Für die computergestützte Inhaltsanalyse wurden alle relevanten Artikel ausgelesen und mithilfe von Term Frequency-Inverse Document Frequency (TF-IDF)3 automatisiert verschlagwortet. Nach der Vorverarbeitung der Texte4 wurden für jeden Artikel die zehn Schlagworte mit den höchsten TF-IDF-Werten generiert. Dann wurde eine Stichprobe von zehn Artikeln pro Jahr aus dem Korpus gezogen und untersucht, in welchem Kontext die Schlagworte standen. Daraus ergaben sich artikelübergreifende Zusammenhänge, in welchen manche Schlagworte wiederholt auftraten. Solche eindeutig zuordenbaren Schlagworte wurden anhand einer Mindmap induktiv in neun Themencluster sortiert (siehe Tabelle 1).

Cluster

Beispiele für Schlagworte

1

Kampfhandlung

luftangriff, militäreinsatz, töten, aqap

2

Verhandlungen

gesprächen, gefangenen, austausch, konsultationen

3

humanitär Klima

wmo, überschwemmungen, regensaison, sturm

4

humanitär Hunger

wfp, nahrungsmangel, blockade, hungern, blockade

5

humanitär Krankheiten

pandemie, epidemie, cholera, covid, who, ausbruch

6

humanitär Hilfe

geberkonferenz, geld, zielgröße, milliarde,

7

militärische Unterstützung

bodentruppen, waffenlieferungen, pakistan

8

Wirtschaft

export, qat, handel, währungsverfall

9

humanitär Flucht

unhcr, flucht, somalia, äthiopien, schlepper, ertrinken

Tabelle 1: Induktive Themencluster der Untersuchung.

Nun sollten möglichst viele Artikel abhängig von der relativen Mehrheit ihrer Schlagworte jeweils einem Themencluster zugeordnet werden. Dafür wurden insgesamt 2.105 Schlagwörter gesichtet und − sofern eindeutig möglich − in eines der neun Themencluster eingeordnet.

So konnten 90,8 % der 683 Artikel automatisiert ihren Themenclustern zugeordnet werden. Nur 62 Artikel verblieben ohne Zuordnung, was für eine hohe Validität der Cluster spricht. Für die übersichtlichere Darstellung wurden die Themencluster mit humanitärem Bezug (Cluster 3, 4, 5, 6 und 9) zu einem zusammengefasst. Somit ergab sich eine quantitative Längsschnittstudie der Frequenz sowie der Themenschwerpunkte deutscher Jemenberichterstattung (siehe Abbildung 1).

Grafik zu Abb. 1

Abb. 1: Quantitative Auswertung der Frequenz sowie der thematischen Schwerpunkte deutscher Jemenberichterstattung.

Zu welchen Anlässen wird das Schweigen gebrochen?

Diese Ergebnisse wurden um eine qualitative Inhaltsanalyse ergänzt: Anhand von 68 zufällig ausgewählten Artikeln wurden zwei bekannte Hypothesen aus der Konfliktberichterstattungsforschung in zwei separaten Codierdurchgängen geprüft. Anders als bei der quantitativen Untersuchung steht nicht das Thema des Artikels im Fokus, sondern der konkrete Anlass, der die Berichterstattung auslöste.

These 1: »If it bleeds, it leads«?

In der Forschung hält sich die Hypothese, Gewaltanwendungen resultierten häufiger in Berichterstattungen als andere Formen menschlichen Leides und fänden auch mehr Beachtung als alle anderen Themen − sowohl konkret im Fall Jemen (Guidero und Carter Hallward 2019, S. 104; Elayah und Al Majdhoub 2022, S. 182-186) als auch im Allgemeinen. Es gelte die Prämisse »if it bleeds, it leads«. Sonstiges Leid (etwa die humanitäre Katastrophe in Jemen) erhielte etwas weniger, Verhandlungen oder andere Friedensprozesse deutlich weniger Aufmerksamkeit (Baden und Tenenboim-Weinblatt 2018, S. 27-32).

Diese Hypothese konnte nicht bestätigt werden. Zwar überwiegen quantitativ die Artikel mit Kampfhandlungsbezug. 293 Artikel wurden diesem Cluster zugeordnet, dagegen 137 dem humanitären Cluster, 110 dem Verhandlungscluster, 68 dem Cluster »Militärische Unterstützung« und 13 dem Wirtschaftscluster. Phasenweise konnten humanitäre Per­spektiven die übermäßige Präsenz gewaltbezogener Berichterstattung in den Artikeln trotz anhaltender Kampfhandlungen reduzieren.

Ein prägnantes Beispiel ist die Cholera-Epidemie 2017: In dem Jahr erschien sechs Monate lang kein einziger Artikel mit Kampfhandlungen als Schwerpunkt, obwohl die saudische Militärallianz durchgehend über 300 Luftangriffe pro Monat flog (Yemen Data Project 2022). Grund dafür ist die größte bis dahin verzeichnete Cholera-Epidemie mit 1,1 Mio. Erkrankten, von denen aufgrund der zerstörten Gesundheitsinfrastruktur über 2.000 Jemenit*innen starben. Die Epidemie dominierte die Berichterstattung, gefolgt von Berichten über Hunger (40 % der Artikel) und Spendenaktionen, wie die Aufschlüsselung des humanitären Clusters zeigt (siehe Abbildung 2). Ein ähnliches Muster zeigte sich zu Beginn der Covid-19-Pandemie 2020.

Grafik zu Abb. 2

Abb. 2: Aufschlüsselung des humanitären Clusters nach Frequenz und Themen.

Eine weitere, für die Beurteilung der Hypothese wichtige Phase lag im Dezember 2018: Das Stockholm-Abkommen, das u.a. einen Waffenstillstand für den strategisch wichtigen Hafen Hodeidahs festlegte (Vereinte Nationen 2018), führte zu einem Höhepunkt in der Berichterstattung. Anders als bei humanitären Krisen, die Berichte über Kampfhandlungen zeitweise zu verdrängen scheinen, ergänzten die Verhandlungsberichte die Kriegsberichterstattung. Deshalb sind – abgesehen vom unmittelbaren Beginn des Krieges – nie annähernd wieder so viele Artikel erschienen wie in diesem Monat. Dass es ein Verhandlungserfolg ist, der dieses Hoch maßgeblich verursacht, falsifiziert ein weiteres Mal die Hypothese, Gewalt­anwendungen hätten pauschal Vorrang vor anderen Ereignissen.

Auch die qualitative Codierung von 68 Artikeln stützt diese Ergebnisse: Nur bei 18 Artikeln waren Kampfhandlungen der primäre Berichterstattungsanlass. Trotz alledem ist nicht von der Hand zu weisen, dass auch in der deutschen Berichterstattung gewaltvolle Auseinandersetzungen andere Aspekte des Krieges häufig überdecken. Fakt ist dennoch, dass Kampfhandlungen nicht unter allen Umständen Vorrang zu haben scheinen.

These 2: Die Macht der Quellen

Eine zweite Hypothese aus der Forschungsliteratur besagt: Eine Berichterstattung wird dann veranlasst, wenn relevante Akteur*innen handeln oder sich äußern (Power Indexing), sowie wenn etablierte Quellen Meldungen verbreiten (Source Indexing). Der Ansatz des Power Indexings wurde von Zaller und Chiu aus einer Studie von Entman und Page (1994) abgeleitet (Zaller und Chiu 1996, S. 400). Demnach heben Journalist*innen „jene Akteure und Informationen hervor, die die mutmaßlich größte Wirkung auf künftige Ereignisse haben, und ignorieren tendenziell Informationen, die die handelnden Politiker selbst als irrelevant einstufen“ (Krüger 2019, S. 51f.). Source Indexing geht davon aus, dass Journalist*innen immer dann berichten, wenn es hinreichend Quellen gibt (bspw. humanitäre Organisationen), die ihnen Informationen geben (Zaller und Chiu 1996, S. 400). Tun sie das nicht, kommt es zum Bumerangeffekt: Ohne Meldungen von Organisationen wie »Ärzte ohne Grenzen« findet kaum Berichterstattung statt (Guidero und Carter Hallward 2019, S. 104).

Die Relevanz beider Ansätze bestätigt sich in der qualitativen Analyse der 68 Artikel: Für 21 Artikel wurde Source Indexing als Berichterstattungsanlass codiert, für 23 Power Indexing.

Im Datensample haben die Vereinten Nationen einen enormen Einfluss auf die Berichterstattung. Denn sie spielen in den Berichten eine Doppelrolle − als Quelle über die Lage in Jemen (Source Indexing) und als wesentliche Akteurin in den Verhandlungen (Power Indexing). In fast allen der 21 Fälle von Source Indexing sind es UN-Organisationen oder -Repräsentant*innen, welche Berichte auslösen. In drei Fällen wurde die Bezugnahme auf UN-Quellen aber als Power Indexing codiert, zum Beispiel wenn die Vereinten Nationen als Verhandlungsakteurin eine Waffenruhe verkünden.

Für die übrigen 20 Artikel in der Kategorie Power Indexing sind es aber ausschließlich Konfliktparteien oder deren Unterstützer*innen, die mit ihrem Handeln oder ihren Aussagen Berichterstattung auslösen. Dabei fällt die ungleiche Gewichtung der Konfliktparteien auf: Meldungen der USA (6 Artikel) und der saudi-arabischen Militärkoalition (9 Artikel, davon 3 rein saudi-arabisches Handeln) lösen häufiger Berichterstattung aus als die von Huthis oder Irans (je ein Artikel). Die übrigen drei Artikel beziehen sich auf Deutschland, Russland und Pakistan (je ein Artikel).

Diese Gewichtung auf Äußerungen der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz und deren Unterstützer*innen lässt sich kaum durch weniger Kommunikation der Huthis oder Irans erklären. Sie kann aber im Sinne der Typologie der Konfliktberichterstattung von Kai Hafez interpretiert werden. Der zufolge passen Medien als Co-Konfliktparteien ihr Auslandsbild an die Selbstdarstellung einer Konfliktpartei an − beispielsweise, wenn das Land in den Krieg involviert ist. Als dritte Konfliktpartei hingegen vermitteln sie ein emotionales Krisenklima und zitieren vorrangig etablierte Regierungen und Institutionen (Hafez 2002, S. 157-163).

Die deutsche Jemenberichterstattung zeigt Merkmale beider Typen: Als dritte Konfliktpartei zitiert sie vorrangig etablierte Akteur*innen. Als Co-Konfliktpartei gibt sie der Perspektive der saudi-arabischen Militärallianz und der USA mehr Raum, was mit den deutschen Waffenexporten nach Saudi-Arabien erklärbar ist.

Stehen Exporte auf dem Spiel, wäre die Auslandsberichterstattung nach Hafez besonders vom Diskurs der politischen Elite abhängig (2002, S. 157f.). Dieser wurde mit der Ermordung Jamal Khashoggis im Oktober 2018 kontroverser und mündete im (vorläufigen) Ende deutscher Waffenlieferungen an Saudi-Arabien − ein Beispiel für den »Khashoggi effect«, welcher kurzzeitig Saudi-kritische Politikentscheidungen ermöglichte (Lackner 2020, S. 30). Dass mit der politischen auch die mediale Aufmerksamkeit stieg, wird zum Beispiel im Cluster »Militärische Unterstützung« sichtbar. Hatten 2017 noch drei Artikel diesen Schwerpunkt, wuchs in den Jahren 2018 und 2019 die Anzahl auf 18 und 19 Artikel, bevor 2020 lediglich ein Artikel hierzu erschien.5 Womöglich begründet derselbe Effekt auch die unverhältnismäßig große Aufmerksamkeit, die dem »Stockholm Agreement« 2018 entgegengebracht wurde.6

Der Status quo und wer ihn verändern kann

Die qualitative Analyse bestätigt die zweite Hypothese. Die Erscheinungsanlässe von 44 der untersuchten 68 Artikel lassen sich durch Power oder Source Indexing erklären, während Gewalt nur bei einem Viertel ausschlaggebend war. Das ist sicherlich auch den begrenzten Ressourcen der deutschen Auslandsberichterstattung geschuldet, die eine pragmatische Nachrichtenauswahl erforderlich machen. Die Ergebnisse dürfen angesichts der kleinen Stichprobe aber auch nicht überinterpretiert werden.

Ein weiterer wichtiger Befund: Nur ein knappes Viertel der Artikel mit einem gewaltvollen Anlass erhielten im zweiten Coding ebenfalls eine Indexing-Kategorie. Daraus folgt, dass Kampfhandlungen offenbar als Nachricht für sich stehen können, während die Zeitungen für humanitäre Berichte tendenziell auf UN-Meldungen und für politische Analysen auf Äußerungen der politischen Akteur*innen warten. Diese Erkenntnis korrigiert bestehende Annahmen aus der Forschung – macht aber auch Hoffnung: Humanitäre Auswirkungen des Krieges können den medialen Fokus auf Kampfhandlungen unterbrechen, sofern sie von den richtigen Akteur*innen thematisiert werden.

Für alle, die sich im Sinne eines Friedensjournalismus mehr mediale Aufmerksamkeit für marginalisierte Konflikte wünschen, bedeutet das – ernüchternderweise –, dass eine solche Steigerung bei humanitären Themen leider nur begrenzt möglich ist. Der zuverlässigste Weg besteht darin, dass relevante Akteur*innen und Organisationen wie die Vereinten Nationen regelmäßig Stellung beziehen, um den Bumerangeffekt zu vermeiden.

Gleichzeitig dürfen Journalist*innen diese Ergebnisse auch als friedensjournalistische Inspiration verstehen, nicht nur Kampfhandlungen, sondern auch humanitäre Krisen als eigenständige Berichterstattungsanlässe anzuerkennen − auch ohne Pressemitteilungen entsprechender Organisationen. Die Expertise, um schnell die wichtigsten Inhalte zu recherchieren, gibt es auch in Deutschland: Thinktanks wie CARPO oder das »Yemen Policy Center« arbeiten eng mit Jemenit*innen zusammen. Auch mit ihrer Hilfe könnte das Schweigen in Zukunft öfter gebrochen werden.

Anmerkungen

1) Marie-Christine Heinze nennt dafür vier Ursachen: die geografische Entfernung, die Komplexität des Konflikts, die geringe Fluchtbewegung nach Europa und Deutschland sowie ein Sättigungsgefühl der Deutschen bezüglich Krisen im Ausland (Rheinheimer 2021). Guidero und Carter Hallward sehen überdies die geringe Anzahl involvierter Großmächte (great powers) als Faktor (2019, S. 105-108). Auch Jemens relative globalwirtschaftliche Irrelevanz trägt zur medialen Unterrepräsentation bei (Heftberger 2019, S. 102ff.).

2) Der Begriff »international anerkannte Regierung« wurde häufig für Präsident Hadis Regierung verwendet. Er betont deren formale Legitimität, verschleiert jedoch, dass Hadi innerhalb Jemens wenig Unterstützung genoss.

3) TF-IDF misst die Relevanz eines Wortes in einem Dokument nicht nur an dessen Häufigkeit (Term Frequency), sondern zusätzlich am Auftreten des Wortes im gesamten Korpus (Inverse Document Frequency) (Sparck Jones 1972).

4) Im Preprocessing wurde die Groß- und Kleinschreibung vereinheitlicht, Stoppwörter durch Leerzeichen ersetzt und eine Lemmatisierung (Rückführung auf Grundform eines Wortes) durchgeführt. Verschiedene Umschriften arabischer Begriffe wurden händisch vereinheitlicht und schließlich nur solche Worte als potenzielle Schlagwörter definiert, die im part-of-speech-tagging als Eigennamen, Substantive, Verben oder nicht eindeutig einer Wortart zuordenbar getaggt wurden.

5) Jedoch weisen bereits Juni, Juli und August einen solchen Anteil auf, sodass überprüft werden müsste, ob beides tatsächlich zusammenhängt.

6) Die Verhandlungen erfolgten auf medialen Druck nach Khashoggis Mord hin; entsprechend vage blieb das Agreement. Der „breakthrough“, als der es medial verkündet wurde, war es laut Lackner nicht (2020, S. 27).

Literatur

Baden, C.; Tenenboim-Weinblatt, K. (2018): The search for common ground in conflict news research: Comparing the coverage of six current conflicts in domestic and international media over time. Media, War & Conflict 11(1), S. 22-45.

Elayah, M.; Al Majdhoub, F. (2022): Framing conflict in the Middle East: Yemen and Syria in European media. In: Elayah, M. (Hrsg.): Europe and the MENA region. Media reporting, humanitarianism, conflict resolution, and peacebuilding. Cham: Springer, S. 173-199.

Guidero, A.; Carter Hallward, M. (2019): Global responses to conflict and crisis in Syria and Yemen. Cham: Palgrave Pivot.

Hafez, K. (2002): Die politische Dimension der Auslandsberichterstattung. Bd. 1: Theoretische Grundlagen. Baden-Baden: Nomos.

Heftberger, S. (2019): Warum der Jemenkrieg verglichen mit dem Syrienkrieg viel weniger mediale Aufmerksamkeit erhält. Magisterarbeit, Wien: Universität Wien.

Krüger, U. (2019): Meinungsmacht: der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse. Köln: Herbert von Halem Verlag.

Lackner, H. (2020): The role of the United Nations in the Yemen crisis. In: Day, S. W.; Brehony, N. (Hrsg.): Global, regional, and local dynamics in the Yemen crisis. Cham: Springer, S. 15-32.

Rheinheimer, E. (2021): „Wir müssen jetzt schon über den Wiederaufbau nachdenken“. Qantara, 20.2.2021.

Sparck Jones, K. (1972): A statistical interpretation of term specificity and its application in retrieval. Journal of Documentation 28(1), S. 11-21.

Vereinte Nationen (2018): Stockholm Agreement. 13.12.2018.

Yemen Data Project (2022): Seven years of the saudi-led air war in Yemen. Coalition bombings and civilian casualties on the rise, accountability in decline. Newsletter, 24.3.2022.

Zaller, J.; Chiu, D. (1996): Government’s little helper. U.S. press coverage of foreign policy crises, 1945-1991. Political Communication 13(4), S. 385-405.

Dorothea Günther studiert im Master »Comparative Middle East Politics and Society« in Tübingen und Kairo. Dieser Text ist eine stark gekürzte Fassung der Ergebnisse ihrer politikwissenschaftlichen Bachelorarbeit.

erschienen in: Wissenschaft & Frieden 2025/1 Wider das Vergessen, Seite 20–23