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2018-3
Gender im Visier

2018-3 Gender im Visier

»Gender« bezeichnet die soziale Kategorie Geschlecht ebenso wie Fragen der sexuellen Orientierung und Selbstbestimmung. Beide Aspekte wurzeln tief in unseren gesellschaftlichen Konfliktlinien und wirken in die Wahrnehmung von Konflikten und ihrer Lösung hinein. Wo aber liegt konkret der Zusammenhang von Gender und Konflikt bzw. Krieg? Dieser Frage gehen in vielfältiger Weise die Artikel im Schwerpunktthema »Gender im Visier« von W&F 3-2018 nach.

Daneben befassen sich unsere Autor*innen mit der Aktualität des Dreißigjährigen Krieges und des Westfälischen Friedens – markiert durch die Jahreszahlen 1618 und 1648 – für uns heute, im Jahr 2018, sowie mit Themen der Jungen Friedensforschung.

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Dossier 86

Wachsendes Ungleichgewicht

Cyberrüstung und zivile IT-Sicherheit

 Wachsendes Ungleichgewicht

Cyber-Angriffe auf Behörden, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind mittlerweile auch in Deutschland an der Tagesordnung. Über 100 Staaten verfolgen militärische oder geheimdienstliche Cyberwar-Aktivitäten. International wächst die Einsicht, dass dieser Bedrohung durch Rüstungskontrolle entgegengewirkt werden müsste, es fehlen aber Analysen der Cyber-Angreifer und ihrer materiellen und personellen Ressourcen. Die Suche nach offen verfügbarem Material zeigt nicht nur, dass sich sowohl die personelle Stärke als auch die Finanzmittel der Cyberwar-Akteure ermitteln lässt. Die Daten zeigen auch, dass die Angreiferseite sehr viel stärker ausgerüstet wird als die IT-Sicherheitsverantwortlichen. Abzulesen ist eine massive Rüstungsspirale, die eine erhebliche Bedrohung der zivilen IT-Nutzung darstellt.

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Gastkommentar

zum Artikel Längst überfälliger Gipfel

Rainer Werning
Gastkommentar

Man mag es drehen und wenden, wie man will: Das Zusammentreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong-Un war im wahrsten Wortsinn historisch. Da reichten sich am 12. Juni 2018 im südostasiatischen Singapur zwei Männer die Hände, die noch Anfang dieses Jahres schwadronierten, wer über den größeren Knopf verfüge, um seine Raketen gegen die jeweils andere Seite abzufeuern.

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In der aktuellen Ausgabe

zum Artikel Gender und Drohnen

Folgen des bewaffneten Drohneneinsatzes

Ray Acheson

Dieser Artikel untersucht die geschlechtsspezifischen Implikationen des Einsatzes von bewaffneten Drohnen. Wie verstetigt die Drohnentechnologie geschlechtsspezifische Stereotype, einschließlich der gewaltsamen militarisierten Männlichkeit? Wie, im Gegenzug, beeinträchtigt die Entwicklung dieser Art ferngesteuerter Gewalt Männlichkeitsvorstellungen? Wie werden Drohnen eingesetzt, um damit genderspezifische Gewalt auszuüben?In diesem Text wird als erstes aufgezeigt, wie Geschlechter konstruiert werden, mit speziellem Fokus auf hegemonialen Normen der »militarisierten Männlichkeit«. Anschließend wird kurz die Beziehung zwischen Gender und Militärtechnologie untersucht. Zum Schluss wendet sich die Analyse dem besonders pikanten Fall zu: den bewaffneten Drohnen. Wie können diese Waffen hegemoniale Gendernormen gleichzeitig verstärken und unterminieren, und welche Implikationen hat dies für geschlechtsspezifische Gewalt, Genderessentialismus1 und Gendergerechtigkeit?

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zum Artikel Zwei Paar Schuhe?

Friedens- und Konfliktforschung braucht Gender Studies

Claudia Brunner

Feministische Forschung und Friedensforschung haben vieles gemeinsam, u.a. ihre Ursprünge in sozialen Bewegungen, gelebte Transdisziplinarität sowie randständige Position im wissenschaftlichen Kanon. Daneben macht vor allem der normative Anspruch von Analyse und Kritik einer in vieler Hinsicht gewaltförmigen Welt beide Forschungsfelder ebenso innovativ wie auch unbequem. In einer zunehmend reaktionären Gegenwart sind beide Traditionen kritischer Wissensproduktion mit immer mehr Skepsis und Widerstand konfrontiert, nicht nur von außen, sondern auch innerhalb ihrer eigenen Debatten. Nicht zuletzt das ist ein guter Grund, geteilte Ziele auch gemeinsam zu verfolgen – und aus notwendigen Unterschieden weiterhin zu lernen.

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zum Artikel 1618 – 1648 – 2018

Zur Aktualität des Dreißigjährigen Krieges und des Westfälischen Friedens

Michael Rohrschneider

Am 23. Mai 2018 jährte sich zum 400. Mal der berühmte Prager Fenstersturz, der den Auftakt des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) markierte. Die aktuellen Diskussionen in Wissenschaft und breiterer Öffentlichkeit über dieses bedeutende Ereignis gehen oftmals einher mit der Frage, ob und inwiefern man aus dem »Großen Krieg« und dem Westfälischen Frieden (24. Oktober 1648) im Hinblick auf die gegenwärtigen Konflikte im Nahen und Mittleren Osten etwas lernen könne. Der Autor führt in die Geschichte der Jahre 1618 bis 1648 ein und zeigt auf, dass die Erforschung von Krieg und Frieden im 17. Jahrhundert durchaus Potenziale bietet, um aktuelle Konfliktlagen besser verstehen zu können.

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Unser Dank gilt der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die 2009 die Überarbeitung dieser Internetseiten förderte