Aktuelle Mitteilungen der Herausgeberorganisationen
»Wege zum Frieden in einer von Krieg geprägten Realität« – Jahrestagung des Forum Friedenspsychologie
Die 36. Jahrestagung des Forum Friedenspsychologie e.V. wird in diesem Jahr an der Universität Bielefeld stattfinden. Die Friedenspsychologie nimmt damit in den Blick, dass Gesellschaften global Antworten auf die Frage benötigen, wie inmitten von Gewalt, Unfrieden und Krieg überhaupt mögliche Wege zum Frieden denkbar, spürbar und erarbeitbar sind. Forschende der Psychologie und verwandter Nachbardisziplinen sind eingeladen, sich mit dieser aktuell dringlichen Herausforderung zu beschäftigen. Beiträge auf der Konferenz werden zu allen Komplexen rund um Resilienz, Wiedergutmachung und Versöhnungsprozesse, soziale Transformationsprozesse und nachhaltige Friedenslösungen erwartet. Die Tagung soll auch der kritischen Selbstreflexion der eigenen Praxis und ihrer Bezugnahmen auf gewaltvolle Systeme dienen (friedenspsychologie.de).
Nichtgewaltsamer Waffengebrauch: Jahrestagung AKHF
Am 19. und 20. November 2026 findet die Jahrestagung des Arbeitskreises Historische Friedens- und Konfliktforschung (AKHF) statt, die in Zusammenarbeit mit dem »Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law« an der Universität zu Köln durchgeführt wird. Die diesjährige Fachtagung, zu der Forscher*innen aus dem In- und Ausland erwartet werden, befasst sich mit der „nichtgewaltsamen Nutzung von Waffen sowohl in innergesellschaftlichen als auch internationalen Konflikten“ seit dem späten 19. Jahrhundert.
Unter nichtgewaltsamem Einsatz werden alle Nutzungsformen gefasst, die keinen physischen Schaden verursachen. Die Konferenz untersucht, wie der nichtgewaltsame Einsatz von Waffen zur Eskalation von Konflikten beigetragen hat oder – umgekehrt – als Mittel der Friedenssicherung präsentiert wurde. Waffen sind in vielen Forschungsfeldern der Geschichtswissenschaft sehr präsent und spielen dennoch als historischer Untersuchungsgegenstand selbst eine erstaunlich marginale Rolle. Die Ausrichtenden erhoffen sich daher von der Konferenz, für das Forschungsfeld ein umfassenderes Verständnis der Rolle, Aufgabe und Funktion von Waffen in Friedens- und Konfliktdynamiken zu gewinnen. Die Konferenz regt dazu die Erprobung eines Ansatzes an, der die Nutzung und Wirkung von Waffen als sozialen Konstruktionsprozess analysiert, in dem politische, gesellschaftliche und technologische Faktoren miteinander interagieren (historische-friedensforschung.org).
Neues vom Friedensinstitut Freiburg
Das erst seit wenigen Jahren an der Evangelischen Hochschule Freiburg etablierte Friedensinstitut Freiburg hat im vergangenen Jahr einige Highlights erlebt und ausgerichtet, wie sich dem neuen Jahresbericht entnehmen lässt. Ein besonderes Highlight im Berichtsjahr war die Strategietagung »Global Perspectives on Peace Education«, zu der sich renommierte internationale Forschende der Friedenspädagogik an der Evangelischen Hochschule versammelt haben – die Ergebnisse der Tagung werden zeitnah als Sammelband vorliegen. Mitunter die größte Bekanntheit hat das Friedensinstitut deutschlandweit auch für sein Masterstudiumsangebot »Friedenspädagogik / Peace Education«, das in dieser Form im deutschsprachigen Raum einzigartig ist. Im Herbst 2025 startete der dritte Jahrgang – der Master darf nun als Erfolgsmodell gelten.
Im Herbst 2025 gab es am Friedensinstitut einen Leitungswechsel – neu berufen auf die Professur ist nun Prof.in Dr.in Melanie Hussak, die auch seit Herbst 2020 zur Redaktion von W&F gehört. Zum Team stieß ebenso im Herbst 2025 Alexandra Dick als wissenschaftliche Mitarbeiterin, die den Themenschwerpunkt »Religion in Friedens- und Konfliktprozessen« mit in die Arbeit des Instituts bringt. Besonders liegt der neuen Leitung der Praxistransfer am Herzen, der u.a. durch jährliche Forschungswerkstätten, Webinar-Formate für Praktiker*innen und weitere Angebote ausgebaut werden soll. Für die weitere Etablierung des Instituts und die Verankerung im Feld der Friedens- und Konfliktforschung ist die Ausrichtung des kommenden Jahreskolloquiums der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) im März 2027 von besonderer Bedeutung – es liegt ein spannendes Jahr vor dem Friedensinstitut (eh-freiburg.de/friedensinstitut).

