in Wissenschaft & Frieden 2026/3: Neue Technologien im Krieg, Seite 44-47


Wirklich bloß ein „Stein im Schuh“?

Zur Anerkennung des deutschen Völkermords an Herero und Nama

Ulrich Roos

Das heutige Namibia war als »Deutsch-Südwestafrika« Kolonie des Deutschen Kaiserreichs. Dort begingen die deutschen Kolonisatoren zwischen 1904 und 1908 den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Erst 2015 erkannte die Bundesrepublik Deutschland diesen Völkermord an. Seitdem verhandeln Delegationen der namibischen und deutschen Regierungen eine gemeinsame Erklärung, die 2021 bereits kurz vor der Unterzeichnung stand, jedoch erhebliche Proteste in Namibia auslöste. Noch immer sind die Verhandlungen nicht abgeschlossen. Der vorliegende Beitrag erörtert die gegenwärtige Lage dieses Prozesses deutscher Vergangenheitspolitik und formuliert einige kritische Rückfragen an die Bundesregierung.

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