in Wissenschaft & Frieden 2026/2: Friedensbewegung(en) heute, Seite 57-59
Erinnern heißt kämpfen
Die Konstruktion von Handlungsmacht in der Erfahrung des rechtsextremen Terrors von Hanau
Am 19. Februar 2020 tötete ein Rechtsextremist aus rassistischen Motiven neun Menschen in Hanau. Said Etris Hashemi wurde angeschossen, er überlebte den Angriff auf sein Leben – und verfasste eine autobiographische Aufarbeitung der Tat und ihrer Folgen. Ein genauer Blick auf seine Schilderungen hilft, die Auseinandersetzung der Betroffenen mit dem Terroranschlag zu fokussieren und zu verstehen, dass der Anschlag für diese keine Ausnahmesituation darstellt, sondern eine extreme Zuspitzung der alltäglichen Erfahrung von Herrschaft. Dies eröffnet eine neue Perspektive auf die Art und Weise, wie sich unterdrückte Menschen Möglichkeitsräume schaffen können, um wirkmächtig in die Gesellschaft einzugreifen und sich diese anzueignen, trotz der erfahrenen Unterdrückung und Gewalt.
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