in Wissenschaft & Frieden 2026/2: Friedensbewegung(en) heute, Seite 32-34
Zwischen Nähe und sozialer Zumutung
Alltag als Ort der Friedenspraxis unter Gewalt
Politische Gewalt bleibt nicht auf das öffentlich Sichtbare und den öffentlichen Raum beschränkt. Seit dem 7. Oktober 2023 greift sie in Israel/Palästina in neuer Intensität tief in den Nahbereich des Alltags ein: in Freundschaften, Familien, Kollegien und Nachbarschaften. Auf der Grundlage ethnographischer Interviews mit jüdischen und arabischen Israelis fragt der Beitrag, welche unterschiedlichen Anforderungen eine alltägliche Friedenspraxis an die Beteiligten stellt. Je nach sozialer Lage, politischer Positionierung und öffentlicher Sichtbarkeit scheinen auch ihre Kosten ungleich verteilt. Die Auswirkungen davon gilt es auch in friedenspolitische Konzepte zu übersetzen, die diesem Befund bislang nur unzureichend Rechnung tragen.
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