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für Friedensforschung, Friedensbewegung und Friedenspolitik

 

2019-1
70 Jahre NATO

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Call for Papers

der Zeitschrift »Wissenschaft und Frieden« (W&F) »Zur Ästhetik von Krieg, Konflikt & Frieden«

»Zur Ästhetik von Krieg, Konflikt & Frieden« ist der Arbeitstitel für den Heftschwerpunkt der Ausgabe 4-2019 der Vierteljahreszeitschrift W&F (Informationen zur Zeitschrift: wissenschaft-und-frieden.de).

Heft 4-2019 wird im November 2019 erscheinen.

Die W&F Redaktion bittet bis zum 11. März 2019 um Einreichung kurz skizzierter (max. 2.000 Z.) Artikelvorschläge zu nachfolgendem Themenkomplex.

„Alle ästhetischen Formen sind auch politisch.“ (Peter Weiss in der »Ästhetik des Widerstandes«)

Außer in Sprache und Schrift werden die Phänomene Krieg, Konflikt und Frieden auch ästhetisch verhandelt bzw. vermittelt. Unter Ästhetik lassen sich Formen sinnlicher Darstellungen und sinnlicher Wahrnehmungen, bspw. visueller oder akustischer Art, verstehen.

Die Zeitschrift »Wissenschaft und Frieden« (W&F) bildet einen Knotenpunkt zwischen den Wissensdomänen Friedensbewegung, Friedenspolitik und Friedenswissenschaft. Ästhetische Bezüge von Krieg, Konflikt und Frieden finden sich in allen diesen Wissensbereichen. So sind viele Protest-und Aktionsformen der Friedensbewegung nicht ohne non-verbale Grundierung, etwa musikalischer oder visueller Art, zu denken. Die Friedensforschung wiederum wird zumindest in Teilen von einem »pictorial turn« (Mitchell) oder auch einem »aesthetic turn« (Bleiker) bewegt. Auch in der (Friedens-) Politik spielt die ästhetische Dimension eine Rolle. Schließlich ist Politik immer auch ein performativer/inszenierender und somit ästhetischer Akt.

In besagter Ausgabe sollen diese verschiedenen Zugänge zusammengeführt werden. Mögliche Einreichungen können sich an folgenden Bereichen und Leitfragen orientieren, aber auch darer hinaus gehen.

  1. Ikonographie des Friedens/Ikonographie des Krieges → Inwiefern nähren spezielle Symboliken und andere visuelle Codes (bspw. visuelle Metaphern, Kollektivsymbole und andere Zeichen) das symbolische Repertoire von Krieg, Konflikt und Frieden?
  2. Soziale Bewegungen und non-verbaler Protest → Welche non-verbalen Protestformen nutzen Akteure der Friedensbewegung zu welchem Zweck? Wie gestaltet sich das Verhältnis von Inszenierung und Ästhetik?
  3. Macht und Ideologie → Wie sind gesellschaftliche Wahrnehmungsfelder strukturiert? Wie werden spezifische Akteure etwa in der Populärkultur dargestellt/ästhetisch gerahmt? Wer wird aus diesem Wahrnehmungsfeld ausgeklammert (»Subalterne«)? Wie formen ästhetische Elemente unsere Sicht auf die Welt?
  4. Ästhetische Erfahrungsräume: Erinnerungskultur(en) des Krieges → Inwiefern helfen ästhetische Elemente, komplexe Phänomene wie Krieg zu vermitteln?
  5. Fotographie und Krieg → Was dürfen/können/sollen Journalist*innen im Krieg? Welche ethischen Probleme knen sich ergeben (»embedded journalism«)?
  6. Populärkultur → Auf welcher Art und zu welchem Zweck werden die Phänomene Krieg, Konflikt und Frieden in der Populärkultur ästhetisiert?
  7. Friedenspädagogik → Welche Sozialisationseffekte und Vorstellungen gehen mit spezifischen Darstellungsweisen (bspw. in Videospielen und Fernsehfilmen) einher?
  8. Konflikt und Frieden im Kunst- und Kulturbetrieb → Wie werden Krieg, Konflikt und Frieden in der zeitgenössischen Kunst verhandelt?

Entsprechend dem Profil der Zeitschrift (inter- und multidisziplinäre Schnittstelle zwischen Wissenschaft, kritischer Öffentlichkeit und Politik) knen aus allen genannten Bereichen und aus der gesamten Bandbreite wissenschaftlicher Disziplinen Vorschläge eingereicht werden. Alternative Formate, bspw. »Photovoices« oder »Graphic Novel«, sind willkommen. Illustrierendes Bildmaterial kann bei bestehenden Bildrechten gerne den Vorschlägen und für den späteren Druck angefügt werden. Es können auch artverwandte Beiträge jenseits der obigen Themenideen eingereicht werden! Wichtig ist ein für alle Leser*innen verständlicher Schreibstil.

Vorschläge sind bis zum 11. März 2019 an das Redaktionsmitglied Tim Bausch, timbausch@icloud.com, zu senden. Nach Auswahl durch die W&F-Gesamtredaktion sollen die Skizzen bis zum Redaktionsschluss am 6.September 2019 zu Beiträgen im Umfang von 15.500 bzw.

21.500 Zeichen bzw. drei oder vier Seiten ausgearbeitet werden.

Laden Sie die Ausschreibung als PDF herunter

Wir freuen uns auf spannende und kreative Einreichungen. Ihre W&F-Redaktion

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2019-1 70 Jahre NATO

Die NATO will sich zum 70. Jahrestag ihrer Gründung (4.4.1949) als „obersten Garanten von Freiheit und Sicherheit“ präsentieren. Ob Osterweiterung, die spannungsgeladenen Beziehungen mit Russland, die Aktivitäten im Hohen Norden, die Gründung von Exzellenzzentren, der Ausbau der Raketenabwehr oder das Zwei-Prozent-Aufrüstungsziel – die NATO weitet ihren Aktionsbereich immer weiter aus. Die Autor*innen von W&F 1-2019, »70 Jahre NATO«, gehen in ihren Artikeln auf diese Aspekte ein. In Summe verdichtet sich der Eindruck: Die NATO bewirkt nicht Frieden, sondern mehr Konfrontation.

Die Texte außerhalb des Schwerpunkts befassen sich mit den US-Plänen für Raketenabwehr, dem Europäischen Verteidigungsfonds, Dual-Use in der Softwareentwicklung sowie Transdisziplinarität in der Friedens- und Konfliktforschung.

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Dossier 87

AfD, PEGIDA & Co.

Entstehung und Aufstieg einer völkisch-autoritären Massenbewegung

 AfD, PEGIDA & Co.

W&F-Dossier 87 befasst sich mit »AfD, PEGIDA & Co. Seit 2014 hat sich in Deutschland eine völkisch-autoritäre Massenbewegung gebildet, die politisch ihren Ausdruck in der AfD und in Gruppen wie PEGIDA findet. Sie lehnt Einwanderung und Interkulturalität ebenso ab wie religiöse oder sexuelle Vielfalt. Sie verbindet parlamentarische Präsenz mit Demonstrationen und Gewalt in den Straßen und strebt eine völkische Revolte an. Im Osten Deutschlands ist sie u.a. aufgrund spezifischer Erfahrungen der Entwertung von Biografien und erfolgreicher rassistischer Proteste gegen »Fremde« (Rostock, Hoyerswerda) besonders verankert. Die völkisch-autoritäre Bewegung ist schon jetzt eine Gefahr für Menschenrechte und Demokratie.

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Gastkommentar

zum Artikel Deutschlands Verantwortung im UN-Sicherheitsrat

Lisa Heemann & Patrick Rosenow
Gastkommentar

Seit dem 1. Januar 2019 sitzt Deutschland für zwei Jahre als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Das wichtigste Gremium der Weltorganisation mit fünf ständigen und zehn nichtständigen Mitgliedstaaten ist für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit hauptverantwortlich zuständig und steht vor enormen Herausforderungen. Nicht nur die Krisen und Konflikte in Syrien, der Ukraine oder in Venezuela sorgen für eine starke Konfrontation innerhalb des Rates. Einige Mitgliedstaaten stellen sogar die bisherige multilaterale und regelbasierte Weltordnung grundsätzlich infrage – diesbezüglich ist der Sicherheitsrat aufgrund seines Regelwerks aber nahezu handlungsunfähig.

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In der aktuellen Ausgabe

zum Artikel Das hybride Bündnis

NATO-Osterweiterung zwischen Integration und Konfrontation

August Pradetto

2008 war die NATO in der Frage gespalten, ob der Ukraine und Georgien ein Membership Action Plan angeboten werden und damit der Beitrittsprozess zum Bündnis eingeleitet werden soll. Das vor allem von den USA betriebene Vorhaben fand zumal in Paris und Berlin keine Zustimmung. Gleichzeitig wurde beiden Ländern aber erneut versichert, dass sie der Allianz eines Tages beitreten könnten. Da nicht abzusehen ist, dass Moskau eine ukrainische Mitgliedschaft akzeptiert, bleiben die Spannungen zwischen dem Bündnis und Russland auf der Tagesordnung – und damit die Debatte darüber, welche Funktion und welchen Stellenwert die NATO-Osterweiterung bei der Gestaltung der post-bipolaren Weltordnung einnimmt.

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zum Artikel Die NATO im Norden

Militarisierung des Nordens und des Ostseeraums

Agneta Norberg

Selbst in den Ländern des (Hohen) Nordens und des Ostseeraums weiß die Öffentlichkeit nicht viel über die anhaltende Militarisierung ihrer Region. Dabei ist die NATO dort immer stärker präsent, selbst in Ländern, die dem Bündnis gar nicht angehören. Die Nähe der nordischen und baltischen Staaten zu Russland und die fortgesetzten Aktivitäten, um Russland als Feindbild aufzubauen, verschaffen dem Thema eine hohe Brisanz. Die Friedensbewegung sollte sich dringend mit den Fakten beschäftigen.

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zum Artikel Ist die NATO alternativlos?

Alexander S. Neu & Katja Keul

Die North Atlantic Treaty Organization besteht seit 70 Jahren. Dem eigenen Anspruch zufolge schafft bzw. fördert die NATO Sicherheit und Stabilität, und zwar weltweit. Die praktischen Auswirkungen ihrer Aktivitäten, ihre zahlreichen politischen und militärischen Verwicklungen außerhalb des stetig ausgeweiteten Bündnisgebietes und der Anspruch einer deutlichen Aufrüstung der Mitglieds­taaten bezeugen allerdings eine Realität, die von den postulierten Ansprüchen weit abweicht. Ist die Forderung nach Auflösung der NATO die richtige Konsequenz? Sind Alternativen zum transatlantischen Bündnis denkbar?W&F bat mit Alexander Neu (DIE LINKE) und Katja Keul (Bündnis 90/Die Grünen) zwei Bundestags­mitglieder aus Oppositionsparteien um ihre Einschätzungen zu diesen Fragen.

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zum Artikel Der Europäische Verteidigungsfonds

Ein Rüstungsbudget für die »Militärunion«

Björn Aust

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit legte die EU-Kommission im Juni 2018 ihren Verordnungsvorschlag für einen Europäischen Verteidigungsfonds (EVF) vor, der von 2021 bis 2027 zusätzliche Rüstungsinvestitionen von bis zu 48,6 Mrd. Euro anschieben soll. Im Widerspruch zu den EU-Verträgen sollen über den Fonds erstmals ganz offen EU-Haushaltsmittel für Rüstungszwecke bereitgestellt werden. Damit markiert er eine neue Etappe der Militarisierung der EU-Außen- und Sicherheitspolitik. Nachdem das Europäische Parlament im Dezember 2018 mehrheitlich den Fonds befürwortete und seine Position für die Verhandlungen mit der Europäischen Kommission und dem Europäischen Rat festlegte, befindet sich der EVF auf der Zielgeraden. Viel Zeit bleibt nicht, ihn noch zu stoppen.

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Redaktion und Vorstand von W&F bedanken sich bei der Deutschen Stiftung Friedensforschung,
deren Förderung 2007 diese Internetpräsentation von Wissenschaft & Frieden ermöglicht hat

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Unser Dank gilt der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die 2009 die Überarbeitung dieser Internetseiten förderte